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Außen hart und innen ganz weich Die Pantomime „Die neuen Leiden des jungen Dodó“ feierte umjubelte Premiere in der Tufa Als urkomisches und zugleich rührendes, von schauspielerischer Glanzleistung getragenes Theater in Bestform wurde die Premiere der Ein-Mann-Pantomime „Die neuen Leiden des jungen Dodó“ in der Tufa Trier gefeiert. In der Produktion des Max-Tuch-Theaters spielt Dirk Baethge unter Regie von Bernhard Hoffmann und Frauke Stöter die Figur eines an Alltagshürden Scheiternden, in dem sich jeder wiederfinden kann. Trier. (ae) Wann ist Mann ein Mann? Für Dodó eine klare Sache: Wenn man stark und cool ist. Also trainiert er mit Hanteln, joggt oder übt selbstbewusste Machoposen. Und das zum Lied „Männer“ von Herbert Grönemeyer, aus dem die Eingangsfrage stammt. Wenn darin von der weichen verletzlichen Seite gesungen wird, die Mann ebenfalls ausmacht, winkt Dodó ab. Und doch ist es sie, über die er im Alltag immer wieder stolpert. Beim Restaurantbesuch zum Beispiel, als sich seine berechtigte Wut über einen ihn beharrlich ignorierenden Kellner erst hervortraut, als er ihm nicht mehr gegenüber sondern in sicherer Entfernung auf der Straße steht. Oder beim liebevollen Gespräch mit den Zimmerpflanzen, das ihm – Undank ist der Welt Lohn – einen schmerzhaften Kaktusstich einträgt. Und erst recht natürlich, als er sich verliebt und seine Angebetete zum Essen einlädt… Ganz ohne Worte, nur mit einer grandios ausdrucksstarken Verbindung von Körpersprache und Mimik entwickelt Dirk Baethge eine Figur, mit der man leidet und über die man gleichzeitig Tränen lacht. Er überspitzt ohne in Klamauk abzudriften, bringt den Zwiespalt zwischen dem fast schon verzweifelten Bemühen, stark und perfekt zu sein und stetigem Scheitern auf den Punkt. Das hat etwas vom Clown, der eigentlich tragische Figur ist und reizt zum Lachen, weil es viele Wiedererkennungseffekte gibt. Dass die Sonnenliege unter einem zusammenklappt, oder dass kurz vor dem ersehnten Treffen ein Pickel auf der Nase sprießt, hat womöglich jeder schon einmal erlebt. Nicht nur das ohne Sprache äußerst beredte Spiel von Dirk Baethge macht das Stück zum Erlebnis, es ist auch die Konzeption von Bernhard Hoffmann, der mit Frauke Stöter zusammen eine stringente Regie führt. Jede der zwölf auf die genau richtige Spieldauer von einer Stunde verteilten Szenen ist Musik von „Here comes the Sun“ bis „Männer“, vom Folk-Instrumental bis zur Bach-Kantate zugeordnet, die sowohl Stimmungen untermalt, als auch Takt und Interpretationsrahmen vorgibt, den Baethge minutiös und perfekt ausfüllt. Dadurch entstehen Passagen wie das pantomimische Jubilieren zur Bach-Kantate, die für sich Glanznummern sind und mit frenetischem Applaus des Publikums als Zugabe gefordert werden. Weitere Aufführungen: Sa., 14. März, Sa. 16. Und So. 17 Mai je 20 Uhr im Kleinen Saal der Tufa, Karten für 8/5 Euro im Vorverkauf bei Shock Tickets, Drogerie Jacobi oder unter Tel.: 06588/1530. |
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