Solo für ein pantomimisches Talent

Im März ist Premiere von Dodó, einem Stück für Dirk Baethge vom Max Tuch Theater

Von unserer Mitarbeiterin Anke Emmerling

In Produktionen des Max-Tuch-Theaters bringt das große pantomimische Talent seines langjährigen Ensemble-Mitglieds Dirk Baethge das Publikum immer wieder zum Lachen, Anlass, ihm ein Solostück auf den Leib zu schreiben. „Die neuen Leiden des jungen Dodó“, szenisch-musikalische Pantomime um einen tragisch-komischen Alltagshelden feiert am 4. März unter Regie von Bernhard Hoffmann und Frauke Stöter Premiere in der Tufa.

Trier. (ae) Wer Dirk Baethge in Dürrenmatts Frank V., den Tucholsky- und Morgenstern-Revuen oder anderen Produktionen des Max Tuch Theaters gesehen hat, wird sich an Minenspiel und Körpersprache erinnern, die auch ohne Worte Bände sprechen und dabei immer zum Lachen reizen. Dieses Talent hat Bernhard Hoffmann, der zusammen mit seiner Frau, Regisseurin Birgit Hoffmann, die älteste freie Theatergruppe Triers leitet und dabei überwiegend als Autor fungiert, zur Idee einer auf Baethge zugeschnittenen Solo-Pantomime inspiriert. Entstanden ist die Kunstfigur Dodó, ein liebenswert rührender Antiheld, der auf der Suche nach Liebe und maskuliner Identität über Alltagshürden stolpert. „Ich habe Dirk die Idee vorgestellt, und er hat einfach losgelegt“, erzählt Hoffmann über den Beginn der Zusammenarbeit im August letzten Jahres. Weil Birgit Hoffmann mit der neuen großen Kreisler-Revue des Max Tuch Theaters beschäftigt ist, sitzt das versierte Ensemble-Mitglied Frauke Stöter mit im Regie-Boot. „Alle gemeinsam haben wir in akribischem Vorgehen aus der anfänglichen Skizze ein Skript für ein einstündiges Stück entwickelt“, sagt Bernhard Hoffmann. Es besteht aus zwölf Szenen, denen Musik, vom Grönemeyer-Hit bis zur Bach-Kantate, ein rhythmisches Gerüst, Atmosphäre und eine eigene künstlerische Dimension verleiht. Geprobt wird zweimal wöchentlich, auch gefilmt, damit Dirk Baethge überprüfen kann, ob seine Körpersprache und Mimik die Gefühle Dodós und den von Hoffmann anvisierten Chaplin-Humor, „witzig, aber nicht zu clownesk und immer ein bisschen traurig“ tatsächlich transportieren. „Das kostet mich schon Arbeit und Konzentration, denn es fehlt jegliche Stütze durch Text, und alle normalen Geräusche müssen unterdrückt werden“, sagt der 31jährige Darsteller, der sich sehr mit seiner Rolle identifiziert. Der studierte Fremdenverkehrsgeograph Baethge hat nie Schauspiel- oder Pantomime- Unterricht genommen, aber im Schultheater in seiner Heimat Peru und im Jugendclub des Trierer Theaters gespielt. Entscheidend für ihn jedoch: „Ich bin neun Jahre durch Birgit Hoffmanns Schule gegangen“. Erfolgreich, wie ein Probeneindruck zeigt, der auf „Glanzrolle“ schließen lässt. Denn schon in Auszügen nimmt Baethges Dodó mit umwerfend beredtem Ausdruck zwischen mitreißender Komik und rührender Melancholie gefangen. Man darf gespannt sein. Die Premiere von „Die neuen Leiden des jungen Dodó“ ist am Mittwoch, den 4. März um 20 Uhr im kleinen Saal der Tufa, nächster Termin Samstag 14. März . Karten für 8/5 Euro im Vorverkauf bei Shock Tickets, Drogerie Jacobi oder unter Tel.: 06588/1530.

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