Ich geh' mit einer langen Frau
»Best of«: Max-Tuch-Theater begeistert mit neuem Programm Mit Biss, Komik und Schauspielkunst vom Feinsten präsentierte das Max-Tuch-Theater sein neu konzipiertes Programm »Ich geh' mit einer langen Frau«, eine erstklassige Mischung der beiden erfolgreichen Erich- Kästner- und Tucholsky-Revuen, im kleinen Saal der Trierer Tuchfabrik. »Ausverkauft«. Die roten Lettern über dem Eingang zum kleinen Saal der Tufa waren eindeutig. Doch dicht drängten sich Max-Tuch-Theater-Fans vor der Abendkasse, um vielleicht doch noch eine der begehrten Karten zu erhalten. Diejenigen, denen Fortuna zur Seite stand, konnten wirklich von Glück sprechen, in den Genuss des neuen zweistündigen Programms »Ich geh' mit einer langen Frau« gekommen zu sein. Im Zentrum des erstklassigen Bühnengeschehens, das weit von der Laienschauspielerei entfernt ist, standen Texte von Erich Kästner und Kurt Tucholsky, aber auch ältere Nummern von Diether Krebs, Loriot und neue von Christian Morgenstern. Die satirischen Texte und Chansons erzählen von Auswüchsen einer Ellbogengesellschaft, den Fesseln der Tradition, die sich um Wünsche und Begierden legen oder zwischenmenschliche Beziehungen, die groteske Formen annehmen und doch so viel mit dem Alltag zu tun haben. Nicht enden wollende, nichts sagende Politikerreden, schweigsame Männer, die lieber ihre Ruhe als Familiendramen haben möchten, sind Themen, die dem Publikum von einer brillanten Schauspieltruppe serviert wurden. Das i-Tüpfelchen des heiter-bissigen Abends setzte Bernd Nink am Klavier. Er unterstrich mit musikalischen Akzenten das Bühnengeschehen und begleitete die Schauspieler, während sie in die Rolle von Chansonniers schlüpften oder in Chorformation auftraten Titel: »Ich geh' mit einer langen Frau.« So ist auch ein Werk Kurt Tucholskys überschrieben. Etwa noch eine Tucholsky-Revue? Nicht ganz. In der abendfüllenden Vorstellung, deren Premiere im Kloster Karthaus vor rund 150 Zuschauern über die Bühne ging, sind auch Texte von Erich Kästner, Christian Morgenstern und Loriot zu hören und – dank der gekonnten mimischen Umsetzung – zu sehen. Menschliche Unzulänglichkeiten und Dummheit werden entlarvt, mal witzig und heiter, mal bissig-sarkastisch. Chansons von Friedrich Hollaender und Fritz Kreisler, begleitet am Klavier von Bernd Nink, runden das Ganze ab. Die glücklichen Zuschauer waren sich einig: wieder einmal hatte das Max-Tuch-Theater ein überaus gelungenes Programm, eine gut ausgewählte Mischung der bekannten Texte und Chansons, die zum Nachdenken und zum Schmunzeln anregen, präsentiert. Die »Zwölf« und Bernd Nink und Regisseurin Birgit Hoffmann ernteten viel Applaus für zwei Stunden »Best of«.
Text: Katja Krämer |
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